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Wer für Straßburg ein Museum plant, muss es erdbebensicher bauen – selbstverständlich auch die Fassaden. Denn im südlich gelegenen Alpenraum stoßen zwei Kontinentalplatten aufeinander und so sind Erdstöße im Elsass durchaus nichts Ungewöhnliches. Der Pariser Architekt des neuen Kunstmuseums Straßburgs, Adrien Fainsilber mit den Ingenieuren RFR, verzichtete trotz der komplizierten geologischen Bedingungen nicht darauf, ein Gebäude zu entwerfen, bei dem das Bodenständige und das Luftige eine spannungsreiche Symbiose eingehen: Über einer natursteinverkleideten Sockelzone mit spielerisch angefügten kubischen Bauteilen erhebt sich in einer großen Geste die hohe schlanke Glashalle als zentrales Foyer des Museumskomplexes.
Deren Konstruktion besteht aus einem den Rhythmus der Kuben aufnehmenden Rohrahmengerüst, das an der Rückseite in einer massiven Wand verankert ist. Innerhalb eines durch die Rohrahmen gefassten quadratischen Fassadenfeldes hängt vertikal eine Reihe von vier Scheiben aneinander. Doch selbst wenn zwei Scheiben durch Bruch ausfallen sollten, ist die Stabilität der übrigen durch diagonalen Kräfteausgleich zu den benachbarten Reihen gewährleistet. Voraussetzung hierfür ist die insgesamt ca. 2.400 m2 umfassende erdbebensichere punktgehaltene Seilfassade.
Architekt: Adrien Fainsilber, Paris
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